Blogpost #1 – bittersüße Musik [neue Forschung]

Musik – Psychologie für medialen Content

Rund um unseren auditiven Wahrnehmungssinn in Verbindung mit unserer Psyche wird aktuell viel geforscht. Für Werbetreibende, ebenso wie für Content-Produzenten ist es wichtig, auf dem neuesten Stand zu bleiben.

Süße Musik

Die Abteilung für Experimentelle Psychologie der Universität Oxford interessiert sich für das, was “Crossmodal Correspondences” genannt wird. Dies bedeutet, dass einer unserer fünf Sinne einen anderen beeinflussen kann.

Beim Verkosten von süßem Toffee an die Teilnehmer einer psychologischen Studie stellten die Forscher fest, dass eine Änderung der Tonhöhe eines über Kopfhörer abgespielten Soundtracks die Geschmackswahrnehmung der Teilnehmer verändert. Eine höhere Tonhöhe ließ das Toffee süß erscheinen, während eine niedrigere Tonhöhe das Toffee bitter erscheinen ließ.

“Bassig und tiefe Töne – bitter // Helle und hohe Töne – süß”

Einfach selber ausprobieren:

Was Sie dafür brauchen ist natürlich eine heiße Tasse Ihres Lieblings – Kaffees und Kopfhörer. Die folgenden Soundbeispiele werden den Geschmackseindruck verändern.

Heller, klarer Soundtrack um die Süße zu betonen

https://soundcloud.com/condiment-junkie/taste-5

Dunkler, bassiger Soundtrack um das Bittere zu betonen

https://soundcloud.com/condiment-junkie/taste-1

Was heißt das nun für uns?

Dieses Experiment ist in der Tat eine Folge der Erkenntnis, dass Menschen dazu neigen, niedrige Tonhöhen mit dunkleren Objekten und höhere Tonhöhen mit helleren Objekten zu kombinieren. Es wurde auch nachgewiesen, dass selbst hohe und tiefe Töne für sich genommen mit süß / sauer (hohe Tonhöhe) und bitter / umami (tiefe Tonhöhe) übereinstimmen.

Es ist noch umstritten, warum das Gehirn diese Kreuzmodulationen erlaubt, es besteht jedoch Einigkeit darüber, dass alles, was Sie hören, Ihre Eindrücke gegenüber einem Thema beeinflusst.

Während Musik nicht nur das verändert, was Sie zu schmecken glauben, kann sie Sie auch dazu veranlassen, in einer anderen Art und Weise über etwas zu denken. Adrian North experimentierte mit Musik in Verbindung mit Weinkonsum, und brachte einige erstaunliche Ergebnisse hervor. Wenn Probanden Wein mit subjektiven Attributen wie “kraftvoll und schwer”, “sanft und weich” oder “lebhaft und erfrischend” bewerten, kann er die Gesamtbewertung ändern, während er Musik im Hintergrund spielt.

“Musik kann auf ähnliche Weise auch Kaufentscheidungen beeinflussen. “

Was wirklich erstaunlich ist, ist die Tatsache, dass er Attribute verwendet hat, die sowohl mit Musik als auch mit Wein in Verbindung gebracht werden können. Die Verwendung von „Carmina Burana“ durch Orff hat Probanden dazu gebracht, den Wein als „kraftvoller und schwerer“ einzustufen.

Musik kann also nicht nur verändern, was Sie zu schmecken glauben, sondern Sie auch dazu bringen, in Ihren subjektiven Einschätzungen geformt zu werden. Konnten Sie den Geschmack Ihres Kaffees ändern, während Sie andere Musik hörten?

Erzählen Sie mir doch davon.